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125 Jahre

Olympiade London

Die Geschichte des Itzstedter Schützenvereins

Zusammengestellt von Peter Reese

Aus "Alten Wurzeln neue Kraft". Dieser Spruch schmückt das Fahnentuch der Jungschützenstandarte, die am 19.08.1967 geweiht wurde. Er ist die zutreffende Beschreibung für das Werden und Wachsen des Vereins. Er war der Leitspruch für die Vergangenheit und ist auch als Wegweiser für die Zukunft zu verstehen. Er ist Verpflichtung und Auftrag gleichermaßen. Er soll Jung und Alt einen, die Jugend verpflichten, sich auf das Alte zu besinnen, Kraft aus der Vergangenheit zu ziehen, um die Zukunft zu meistern und sich auf Tugenden zu besinnen, die aus bescheidenen Anfängen in den fünfziger Jahren, den Verein zu dem werden ließ, wie er sich heute darstellt.

Die alten Wurzeln gehen zurück auf den Itzstedt-Oeringer Kriegerverein, der am 8. Januar 1888 gegründet wurde, jedoch gab es bereits im Jahre 1887 die ersten Bemühungen, einen Verein zu gründen. Der Verein bestand zunächst aus zwei Korporalschaften, die das Übungsschießen auf Schießscheiben durchführten. Auch das Gesellige kam nicht zu kurz, denn jährlich wurde ein Ball veranstaltet, der im Wechsel einmal in Itzstedt und dann in Oering stattfand. Die Mitglieder kamen aber nicht nur aus den namensgehenden Orten, sondern, auch aus Seth, Struvenborn, Sülfeld und vom Gut Borstel. Im Jahre 1894 gab es deshalb dann schon vier Korporalschaften.

Am 14.07.1895 erhielt der Verein eine Fahne. Diese Fahne befindet sich heute in unserem Schützenhaus. Auf der Generalversammlung am 04.07.1897 wurde der Vorstand beauftragt, um die Genehmigung eines Schießstandes zu ersuchen. Während des 1.Weltkrieges ruhte das Vereinsleben. Erstmals wurde dann wieder am 01.02.1920 eine Generalversammlung einberufen. Im Protokoll vom 02.11.1930 wird der Bau eines Kleinkaliber-Schießstandes vermerkt. Dieser Stand existiert heute nicht mehr.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft ruhte das Vereinsleben zunächst nicht, jedoch änderte sich das Reglement und damit auch einige Bezeichnungen im Vereinsleben, so gab es keinen „Präses" mehr sondern einen Kameradschaftsführer und aus Versammlungen wurden Kameradschaftsappelle. Für den Zeitraum vom 16.05.1942 bis zum 14.03.1954 sind im Beschlussbuch keine Eintragungen vorhanden. Daraus ist zu schließen, dass die Vereinsaktivitäten wegen des Krieges und in den ersten Jahren nach dem Krieg eingestellt wurden.

Erstmals trafen sich dann einige Mitglieder des Vereins am 14.03.54 zu einer Versammlung. Zu dieser Versammlung waren 9 Mitglieder erschienen, die sich für den Fortbestand des Vereins aussprachen. 1. Vorsitzender wurde Fritz Brors sen., der die Vereinsfahne nach Kriegsende im Mai 1945 vor der Beschlagnahme bzw. der Vernichtung durch die britische Besatzungsmacht rettete. Er verstecke die Fahne auf dem Dachboden seines Bauernhofes. Diese Handlung war zu der Zeit nicht ohne Risiko, sie hätte mit Haft bestraft werden können. Es war zu jener Zeit nicht einfach, dem Verein neues Leben einzuhauchen. Wenn der Verein fortbestehen sollte, war eine Anpassung an die damaligen Gegebenheiten erforderlich. Mit dem Wort Krieg oder Kriegerverein konnte man zu der Zeit keine Menschen begeistern. Vom Krieg hatte man die Nase voll.

Es dauerte seine Zeit bis dieser Anpassungsprozess vollendet war. Am 19.02.1956 erhielt der Verein eine neue Satzung. Elf neue Mitglieder traten dem Verein bei. Auf der Generalversammlung am 01.12.1957, der Verein zählte jetzt 40 Mitglieder, wurde der Beschluss gefasst, den Verein in " Kameradschaft ehemaliger Soldaten nach der Tradition des Kriegervereins Itzstedt von 1887" zu benennen. Am 07.06.58 wird Richard Arps zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er wird dieses Amt bis zum Januar 1985 ausüben. Er ist es, der durch seinen persönlichen Einsatz mit einer guten Mannschaft den Verein nach vorne bringt. So wird der Beschluss gefasst, einen KK-Schießstand bei der Gaststätte Juhls zu bauen. Die Finanzierung erfolgte durch 500 Bausteine zu je 5,- DM. Jedes Mitglied verpflichtete sich, mindestens 10 Bausteine zu übernehmen. Geld hatte der Verein nicht, aber eine gehörige Portion Mut und einen tatkräftigen Vorstand, der sich auf die Mitarbeit und Einsatzbereitschaft seiner Mitglieder verlassen konnte. Bereits im August 1959 ist der Bau soweit vorangeschritten, dass am 29.08.1959 das erste Königsschiessen durchgeführt werden kann. Der erste König heißt Franz Kaiser. Bei der Proklamation unter freiem Himmel und Fackelschein sagte er damals: "Kick an, nu is de Kaiser König worn". Im Dezember 1959 wird der Beschluss gefasst, eine Jugendgruppe zu gründen.

Im Juli 1961 wird der Verein nochmals umbenannt. Er nennt sich jetzt Itzstedter Schützenverein und erhält wieder eine neue Satzung. Das ist die eigentliche Geburtsstunde des Itzstedter Schützenvereins. In diesem Jahr feiert man auch das erste Schützenfest. Der Verein wird Mitglied im Hamburger Schützenbund. Am 19.05.62 wird dann die neue Vereinsfahne geweiht. Seit 1964 gibt es einen Wurfscheibenstand. 1965 wird der Verein Mitglied im Norddeutschen Schützenbund, schließt sich dem Kreisschützenverband Segeberg an, bleibt aber weiterhin Mitglied im Kreisschützenverband Stormarn. In diesem Jahr wird auch der erste Erweiterungsbau, die Schützenhalle fertiggestellt. 1966 wird die erste Schützenschwester in den Verein aufgenommen. 1967 stiftet Walter Reck dem Verein eine Jungschützenstandarte. 1972 wird der Luftgewehrstand mit sechs Ständen seiner Bestimmung übergeben, bis dahin wurde in der Schützenhalle Luftgewehr geschossen. Am 28.09.1974 zählt der Verein über 150 Mitglieder. 1975 wird die erste Schützenkönigin proklamiert. 1978 wird mit einem Festkommers das neunzigjährige Bestehen gefeiert. 1979 wird die Toilettenanlage fertiggestellt.

Wenn in den ersten Jahren mehr der Traditionsgedanke im Vordergrund stand, vollzieht sich jetzt Schritt für Schritt eine Wandlung in Richtung sportliches Schießen, denn Itzstedter Schützen machen auch im sportlichen Schießen auf sich aufmerksam. Sie erreichen erste Plätze bei den Kreis- und Landesmeisterschaften, einige schaffen auch die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften. Im Januar 1982 hat der Verein 181 Mitglieder. 1986 gibt sich der Verein wieder eine neue Satzung. Der Verein nennt sich jetzt Itzstedter Schützenverein e.V. in Tradition des Itzstedt-Oeringer Kriegervereins von 1888.

Nach 27 Jahren als erster Vorsitzender übergibt Richard Arps den Vorsitz an Peter Reese. Am 28. September findet ein großer Festkommers zum 100-jährigen Vereinsbestehen statt. Dank zahlreicher Spenden und Zuschüsse vom Land, den Gemeinden Oering und Itzstedt konnte die alte Kriegervereinsfahne restauriert und an diesem Tag in einem feierlichen Akt im neuen Glanz der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Stillstand bedeutet Rückschritt. 1989 werden die Pläne, den Schießstand zu sanieren und auszubauen vorangetrieben. Am Dienstag nach dem Schützenfest im August 1991 fällt der Startschuss für den Umbau. Scheinbar waren vier Tagen Schützenfest nicht genug und es war noch genügend Kraft vorhanden mit den ersten Arbeiten zu beginnen. Am 1.Mai 1992 ist der Umbau geschafft. Jetzt ist alles unter einem Dach vereint und der Verein hat eine attraktive Schiesssportanlage, die ihn weiter voranbringen wird. Es war ein großer Kraftakt, doch haben viele Vereinsmitglieder durch ihren Arbeitseinsatz dazu beigetragen, dass das Vorhaben gelungen ist. Insgesamt betrugen die Baukosten über 400.000,- DM. 1994 hat der Verein erstmals über 200 Mitglieder, 1999 sind es dann 236 Mitglieder. 1999 kann der Verein auch seinen bis dahin größten Erfolg in der Vereinsgeschichte feiern. Sonja Scheibl wird deutsche Meisterin im Trapschiessen. 2003 topt sie diesen Erfolg noch einmal, denn sie wird zweifache Deutsche Meisterin. Auf der Jahreshauptversammlung 2001 übergibt Peter Reese das Amt des 1. Vorsitzenden in die Hände seines Stellvertreters Günther Kaste.